Montag, Dezember 12, 2005

Eine Fortsetzung (Buchrezension)

Nachdem ich über Bram Stokers „Dracula“ geschrieben habe, kommt jetzt die Fortsetzung von Freda Warrington dran.
Für alle, die es nicht glauben wollen: Ja es gibt eine Fortsetzung. Freda Warringtons Originalausgabe Dracula the Undead erschien im Jahre 1997.
Meine Übersetzung ist aus dem KiWi Verlag, in zweiter Ausgabe erschienen 1998.
Titel: Dracula- Der Untote kehrt zurück

Inhalt:
Sieben Jahre sind vergangen, seit Van Helsing, Jonathan und Mina Harker und ihre Freunde dem nächtlichen Treiben des Grafen Dracula ein Ende setzten. Doch der schöne Schein trügt. Zunächst wissen die Verbündeten von damals die Zeichen nicht zu deuten: Plötzlich spielt die ansonsten friedliche Katze der Harkers verrückt, die frommen Eheleute werden von wüsten, erregenden Träumen heimgesucht, und auch das bezaubernde Kindermädchen Elena benimmt sich mit einem Mal höchst seltsam. Bald können sich die Harkers und ihre Freunde der schrecklichen Erkenntnis nicht entziehen: Dracula ist zurück...

Wie Stoker ist auch dieses Buch in Brief- und Tagebuchform geschrieben und damit aus der Perspektive der Protagonisten. Die Tagebucheintragungen sind oft länger und beinhalten mehrere Tage. Man erfährt zum Beispiel sehr viel über das Kindermädchen Elena, das die Eheleute Harker in Rumänien kennen lernen und später zu sich holen. Man ahnt schon, dass diese junge Frau eine größere Rolle spielen wird. Auch ihre Vater Professor Kovac bekommt einen Platz. Ansonsten wechseln sich die Einträge von Mina und Jonathan Harker sowie Elena ab. Dracula ist zurückgekehrt um Mina zu holen. Aber auch um den Sohn Quincey unsterblich zu machen, der am Ende sogar Draculas Sohn sein soll. Etwas das, wie ich finde, recht weit hergeholt ist. Dreizehn Monate nachdem Dracula Mina das erste Mal im Schlaf „besucht“ hat, kam Quincey zur Welt. Der Sohn eines Teufels braucht dreizehn Monate zum Reifen, so argumentiert die Autorin. Trotzdem finde ich es ein wenig komisch. Das ganze Buch ist sehr romantisch verklärt und verkörpert eindeutig eine weibliche Sicht. Am Ende wird Dracula von den bekannten Freunden gestellt und opfert sich für Mina und ihren Sohn aus Liebe zu ihnen. Stokers Dracula war nicht so veranlagt. Er hätte wahrscheinlich nie den Freitod gewählt. Dafür war er zu sehr der grausame Krieger. Trotzdem ist das Buch gut lesbar auch wenn es für mich zur legitimen Nachfolge von Stoker nicht reicht.

Note 4

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