Sonntag, Februar 19, 2006

Wieder einmal ein Blick in mein Bücherregal

Ein weiteres Buch aus meinem Vampirbücherregal ist „Der Vampir“ von Tom Holland.
Es ist das zweite Buch des Genres, das ich nach Dracula in die Finger bekam. Ich konnte es nicht mehr weglegen.

Zum Autor möchte ich noch kurz etwas sagen, denn er ist nicht nur ein Schriftsteller sondern vor allem ein bekannter Regisseur. Einen absoluten Lieblingsfilm von mir haben wir ihm zu verdanken nämlich „Fright Night“ (1985). Danach folgten Filme und Serien wie Chucky - Die Mörderpuppe (1988), Tales from the Crypt 2 (1989), Stephen King's Langoliers (1995) und Stephen King's Thinner - Der Fluch (1997).

Auch wenn die Rezensionen bei Amazon nicht besonders gut sind, mir hat das Buch gefallen.
Inhalt:
Eigentlich war Rebecca Carville nur auf der Suche nach dem einzigen verbliebenen Exemplar von Lord Byrons verschollenen Memoiren. Statt dessen findet sie sich dem berühmt-berüchtigten Dichter selbst gegenüber- der nicht nur am Leben, sondern nach 200 Jahren auch keinen Tag gealtert ist. Als er in Rebecca eine entfernte Verwandte erkennt, erzählt er ihr seine Geschichte. Nach und nach muss Rebecca feststellen, dass seine Mitteilsamkeit nicht ganz eigennützig ist, denn Vampire mögen zwar unsterblich sein- aber die ewige Jugend fordert einen fürchterlichen Preis...

Man muss zugegeben schon etwas mit Lord Byron und seiner Biographie auskennen, um alle Details zu verstehen. Die deutlichen Parallelen zu der Kurzgeschichte von Byron und seinem Leibarzt Polidori mit gleichen Titel sind auffällig, aber wie ich denke gewollt, denn es soll ja Byrons „wahres“ Leben wiederspiegeln und Polidori zu seinem Werk „Der Vampyr“ inspiriert haben. Es tauchen Personen der englischen Literaturgeschichte auf wie Percey und Mary Shelley, die bei einem dieser Treffen am Genfer See ihr bekanntes Werk „Frankenstein“ vorstellte. Die Zwischentöne sind oft ruhiger und verbinden Realität mit Fiktion. Das bremst die Spannung, die am Anfang aufgebaut wurde, aber es erklärt auch vieles über die vampirische Gesellschaft, zu der Byron nach seiner Verwandlung gehört. Ich finde, das ist durchaus sinnvoll, denn hier wird auch geklärt, warum der Preis der Unsterblichkeit so hoch ist. Schön sind die Original- Manuskripte zwischen den einzelnen Kapiteln, die verblüffend gut zur Story passen.
Das Buch erzählt die Geschichte in der Perspektive des Ich-Erzählers. Lord Byron erzählt ja Rebecca sein Leben. Zwischendurch gibt es aber immer wieder Passagen, in denen Rebecca reagiert oder nachfragt. Man nimmt also, ähnlich wie bei Anne Rice, an einem Gespräch mit einem Vampir teil.
Dieser Roman ist der Auftakt einer Trilogie. Der zweite Band heißt „Das Erbe des Vampirs“ und der dritte Band „Botschaft des Vampirs“.

1 Kommentar:

The Cartoonist hat gesagt…

Kennst du den Film 'Gothic' von Ken Russell? Ich find' ihn ziemlich klasse; es geht auch um das Treffen von Byron, den Shelleys und Dr Polidori.

http://www.moria.co.nz/horror/gothic.htm