Montag, Dezember 11, 2006

Weihnachtsgeschichte zum zweiten Advent Teil 1

Der Weihnachtsmann vom Dach

Jonas und seine Mutter zogen in eine frischrenovierte Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Es war Dezember und Weihnachten stand vor der Tür. Jonas` Vater war wie immer auf Geschäftsreise und seine Mutter musste den Umzug alleine bewältigen. Nun saßen Jonas und sie in der großen, neuen Wohnung und machten es sich gemütlich. Ein paar Kisten waren noch übrig und mussten auf den Dachboden getragen werden.
„Jonas, hilfst du mir bitte mal?“ fragte seine Mutter und drückte ihm auch schon eine leichte Kiste mit Osterschmuck in die Hand.
Jonas war gerade sechs geworden. Nächstes Jahr würde er zur Schule kommen. Langsam wurde er ein großer Junge. Aber er glaubte noch immer fest an den Weihnachtsmann. Schließlich würde ihn seine Mutter nie anlügen. Die beiden waren ein eingeschworenes Team. Da sein Vater viel unterwegs war, mussten die beiden alleine zurechtkommen. Und das funktionierte eigentlich recht gut. Doch die langen Tage des Wartens auf den Vater waren anstrengend. Jonas vermisste ihn sehr. Als sein Vater das letzte Mal bei ihnen war, gab es einen fürchterlichen Streit zwischen seinen Eltern. Seine Mutter war sehr wütend und sagte etwas von Scheidung. Jonas wusste aus dem Kindergarten, dass dieses Wort nichts Gutes bedeutete. Er wollte nicht, dass seine Eltern sich trennten. Aber auf ihn hörte ja niemand.
Er trug die Kiste mit dem Osterschmuck hinter seiner Mutter her auf den Dachboden. Dort entdeckte er das alte Spielzeug, das seine Mutter aussortiert hatte.
„Das kannst du nicht wegwerfen. Das gehört mir!“ protestierte er.
„Aber damit spielst du doch gar nicht mehr“, entgegnete die Mutter.
„Doch, ich werde noch damit spielen. Und zwar jetzt sofort.“
Jonas setze sich auf den alten Teppich und fing demonstrativ an zu spielen. Seine Mutter wusste, dass es sinnlos war, ihn davon abzuhalten. Sie nickte nur und ließ die Tür zum Dachboden weit offen. Es war kalt unter dem Dach. Jonas wickelte sich in eine Jacke seines Vaters ein, die im alten Kleiderschrank hing. Doch das Spielen wurde ihm bald zu langweilig. Er sah sich lieber etwas auf dem Dachboden um. Vom Fenster aus konnte man die ganze Stadt überblicken. Das war toll. Er beschoss öfters auf den Dachboden zu kommen. Plötzlich hörte er ein Geräusch hinter sich. Ängstlich und neugierig sah er sich weiter um. Am Schornstein war etwas. Jonas nahm seinen ganzen Mut zusammen und rief:“ Wer ist da?“
Eine Gestalt erschien neben dem Schornsteinschacht und blickte Jonas an. Sie trug einen langen Mantel und eine Kapuze. Als die Gestalt näher kam, erkannte Jonas sie.
„Du bist der Weihnachtsmann!“

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