Montag, März 26, 2007

Über alte und neue Filme

Nachdem wir gestern das Haus zum SciFi-Frühschoppen voll hatten und wieder zwei Perlen der Filmkunst schauen durften, kehrte abends Ruhe ein und Marc und ich schauten noch zwei Filme neueren Datums.
Der erste war "Alien Autopsy". Der Film erzählt die Geschichte des Filmproduzenten Ray Santilli, der 1995 mit der angeblich authentischen Dokumentation über die Autopsie eines Außerirdischen an die Öffentlichkeit trat. Wir erfahren etwas über zwei nette Londoner Jungs, die auf einen Film stießen, der die Ereignisse in Roswell zeigt. Leider zerfrisst sich der Film selbst und es ist nicht mehr alles erhalten. Doch Ray muss seinem Geldgeber dem UFO-Fan und Drogenbaron Voros (Götz Otto) einen Film präsentieren. Da kommen die Freunde Ray und Gary auf die Idee, den Film einfach nachzustellen. Also wird aus der Wohnung von Garys Schwester kurzerhand eine Filmkulisse. Ein Plastik-Alien wird besorgt und mit Würstchen und Hackfleisch gefüllt. Sehr schön die Szene, wo ihnen das "Hirn" herunterfällt und über den Boden glischt oder die Oma dazwischenkommt mit Keksen und Würsten.
Voros findet den Film ergreifend und Ray kommt auf die Idee ihn zu vermarkten. Das läuft schließlich besser als erwartet und plötzlich kommen TV-Sender aus der ganzen Welt, um den Film zu kaufen. Nach der Ausstrahlung geht der Medienrummel weiter.
Voros wird bei seiner Lieblingsbeschäftigung, nackt in einem Kornkreis herumstehen, von einem Jeep überfahren. Den beiden Hauptdarstellern gelingt es, trotz aller Schwierigkeiten heil aus der Sache herauszukommen. Und dann ist da noch der echte Film, von den man Teile retten konnte.
An diesem Punkt sind sich Ray und Gary einig, sie stehen das nicht noch einmal durch und vergraben den Film irgendwo vor London.
Wir fanden den Film sehr amüsant und fühlten uns gut unterhalten. Die Szenen, wo der Film nachgedreht wird, sind einfach lustig. Allen schlechten Kritiken zum Trotz, fanden wir ihn gut.

Der zweite Film war Bubba Ho-Tep.
Elvis lebt!
Wir wussten es schon immer. Er hat nur mit einem Elvis-Imitator den Platz getauscht und liegt nun in einem Altersheim irgendwo in Ost-Texas. Und auch J.F.K ist nicht tot. Nein, er hat einen Sandsack im Hirn und ist jetzt ein Farbiger, weil man ihn zur besseren Tarnung eingefärbt hat. Beide verbringen ihre trostlosen Tage in dem Altersheim, wo man sie natürlich für verrückt hält. Sie warten nur noch auf den Tod, doch dann geschehen seltsame Dinge im Heim und die beiden werden wieder aktiv. Jack entdeckt, dass eine Mumie die Seelen der Heimbewohner frisst, um sich selbst wiederzubeleben. Das können sie natürlich nicht geschehen lassen und so machen sich beide auf den Weg, um die Mumie zu stoppen.
Doch der Film ist nicht nur eine Trash-Komödie, die mit einem harten Witz nach dem anderen das Publikum zum Lachen bringt, sondern gerade im ersten Teil ist er auch sehr nachdenklich. Elvis erzählt als Off-Stimme davon, wie einsam er ist und dass er in seinem Leben so viele Fehler gemacht hat, die er jetzt nicht wieder gutmachen kann. Er erzählt über das Altwerden und wie hilflos man sich dabei fühlt. Erst als sein "Zuhause" bedroht wird, schöpft er neuen Mut und stellt sich der Herausforderung.
"Frag nicht, was dein Pflegeheim für dich tun kann, sondern was du für dein Pflegeheim tun kannst!"
Und so ziehen Jack und Elvis in den Krieg gegen eine 3000 Jahre alte Mumie, die es auch gerne gemütlich und sauber auf dem Klo hat und Schmiererein an der Klotür dabei hinterlässt. Unsere alternden Helden mit Elektrorollstuhl und Gehhilfe wollen verhindern, dass noch mehr unschuldige Alte zur Spülwasserdekoration werden.
"Seele intakt!"

Schöne Komödie mit Witz und Humor aber auch einer nachdenklicher Seite. Und mit einem hervorragenden Bruce Campbell als Elvis.

Wir haben auch gelernt, dass Mumien gerne Cowboyhüte und Cowboyschuhe tragen. Herrlich.

1 Kommentar:

The Cartoonist hat gesagt…

Alien Autopsy lief gerade auf Sky und ich fand ihn sehr witzig. Ray Santilli (der echte) ist übrigens unter den Zuschauern bei der Premierenaufführung im Museum of London.