Mittwoch, Oktober 10, 2007

..ist es soweit? Sind die Mars-
menschen in Unterwössen gelandet...?

Bericht vom großen Urlaubscon des SCIENCE FICTION CLUB EUROPA

Um es vorwegzunehmen: der Con 1958 in Unterwössen war ein großartiger Erfolg! Er kostete einigen Mitgliedern die Nerven und der Kasse einen gehörigen Batzen Geld. Aber das gehört dazu und beeinflußt stets den Erfolg oder Mißerfolg einer solchen Veranstaltung.
Der Organisator des diesjährigen Con hatte das kleine und herrlich inmitten der Berge gelegene Unterwössen regelrecht auf den Kopf gestellt. „Die Raketenmenschen tagen bei uns", so wurde im Dorf erzählt — und man wunderte sich erheblich, als statt der erwarteten bärtigen Professoren wir mit unseren Idealen und Zielen erschienen. Die Diskussionen begannen schon auf der Straße.
Währenddessen wurde oben im Saal gehämmert, geschnitten, geklebt und gestritten. Roboter sollten aus Pappe zusammengebaut werden, eine Raumschiffkanzel auf der Bühne errichtet und das ,Galaktische Nachrichtenzentrum' erprobt werden. Die SFCE-Gruppe München, unter der Leitung von Gottlieb Mährlein, Walter Sigrist, Reinecke Fuchs (so nennt man Walter Reinecke, den Dichter) und Waldemar Kumming, hatte bereits am Mittwoch den Saal besetzt und nicht mehr freigegeben. Manfred Ruprecht aus Berlin stieß zu den wie wild Arbeitenden und ging sofort in einem wirren Haufen von Pappe und Holz verloren.
Inzwischen aber nahm der Ausstellungsraum allmählich Formen an. Die Gruppe Salzburg, heute zum SFCE-Austria geworden, gestaltete in der Hauptsache diese Ausstellung mit Hilfe einer Raumstation von mehr als einem Meter Durchmesser. Kurt Felice (Knobler genannt) und Heinrich Richter, Leiter des SFCE-Austria, hatten diese Station in monatelanger Arbeit gebaut. Ein Meisterwerk!
Der Büchertisch des SFCE-Buchclub bot verlockende Dinge an und mancher verließ den Raum um etliche Geldstücke (oder auch Scheine) erleichtert. Es gab einmalige Sondervergünstigungen, die natürlich entsprechend ausgenützt wurden.
Die Gruppen München und Hannover besaßen je einen Tisch für ihre Raketenmodelle und SOL-Fanzines. Die Wände waren mit großen Fotos geschmückt.
Mit der üblichen Verspätung von einer halben Stunde begann der Con. Walter Ernsting begrüßte die Anwesenden herzlich, freute sich ungemein über die Tatsache, die Vertreter des Pabelverlages und des Moewigverlages willkommen heißen zu können und eröffnete dann den dritten Convent des SFCD/E.

Jesco von Puttkamer sprach anschließend über die Grundlagen der Atomphysik, und zwar in besonders einfacher Form. Dachte er wenigstens. Das sagten auch fast alle anderen. Nur einige blieben ehrlich. Denn der Vortrag von Puttkamers hätte von keinem Kernphysiker besser gehalten werden können.


Anschließend wurde der Film: FEINDE AUS DEM NICHTS gezeigt. Für Mitglieder des SFCE mit 50 Prozent Ermäßigung.
Nach dem Abendessen setzte Jesco von Puttkamer seinen atomaren Vortrag fort und beendete ihn gegen 20 Uhr, unter dem ehrlichen Beifall seiner Zuhörerschaft. Knapp und präzise hatte von Puttkamer in kürzester Zeit erfolgreich versucht, uns die Grundlagen des neuen Zeitalters darzulegen.
Der anschließende Abend war zwanglos und ohne festes Programm.

Wir sahen Schmalfilme der Gruppen Salzburg, Schweiz und den langen und vertonten Streifen der neugegründeten FANFILM unter Heinz Fries mit Aufnahmen von Walter Ernsting und der Gruppe Hamburg. Gegen 22.30 Uhr begab man sich ins Kino,


Jesco v. Puttkamer während seines Vortrags
Foto: H.H. Möbes

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