Donnerstag, Juni 14, 2012

Schneewittchen zweimal verfilmt: Heute "Spieglein, Spieglein - die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"


Ich fand den Anfang sehr nett gemacht, als die Stiefmutter, gut gespielt von Julia Roberts, die Anfangsgeschichte von Schneewittchen mit bösen Kommentaren erzählt. Es klingt so erst danach, als sei das die Geschichte der Stiefmutter. Eine Persepektive, die ich für absolut interessant hielt. Zumal das Schneewittchen nicht gerade mit Charaktertiefe gesegnet war. Die Bilder sind bunt und haben durchaus etwas absolut Märchenhaftes. Die Stiefmutter trägt pompöse Kleider und glänzt mit einem bösen Humor, dem das naive und blasse Schneewittchen nichts entgegenzusetzen hat. Das Ganze hat nichts Bedrohliches und trotzdem weiß man, dass die Stiefmutter böse ist. Das Schloß und alles drumherum ist bunt, auch wenn es im Schnee versunken ist. Der Wald hingegen ist dunkel und bedrohlich und somit das Gegenteil vom Schloß, wo das eigentliche Böse lauert. Natürlich gibt es auch einen Prinzen. Dieser wird im Wald erst einmal von riesigen Zwergen ausgeraubt. Die Zwerge...nun...sind Räuber. Auch eine Art der Goldsuche. Der Prinz wirkt dümmlich und wird zur totalen Witzfigur gemacht, was er nicht verdient hat. Schön finde ich die Sache mit dem Spiegel. Zuerst tritt die böse Königin durch einen Spiegel in ihrem Zimmer und dann betritt sie eine düstere Welt mit einem Haus, das mich an Wikingerhäuser erinnert hat. Dort verbirgt sich dann der eigentliche Zauberspiegel, der recht unspektakulär und klein ist. Das Spiegelbild ist tatsächlich mal eines. Also das tatsächliche, etwas zynische Abbild der Königin. Schneewittchen trifft den Prinzen und muss ihn erst einmal aus der Klemme helfen. Leider bleibt das nicht so. Die Königin will den Prinzen heiraten, damit ihre finanziellen Probleme gelöst werden. Gut, er wird in einen Hund verwandelt und bleibt etwas dümmlich. Die Zwerge retten das Prinzesschen und zeigen ihr, wie sie kämpft. Die Dialoge sind manchmal ganz nett und die Sprüche gut. Aber es bleibt langweilig.
So richtig schön unheimlich wird es erst mit der Kampfszene mit den Marionetten der Königin. Eines der wenigen Male, wo Schneechen mit Mut und Entschlossenheit reagiert. Das böse Ungeheuer wirkt nicht gerade angsteinflössend sondern wie ein harmloses Kuscheltier und als verwandelter König. Ach....wie rührend. Die böse Königin altert rapide und versucht es am Ende noch mal mit dem vergifteten Apfel, was allerdings nicht klappt. Da hätte der Film gut enden können, aber plötzlich fangen die noch unmotoviert nach guter Disneymanier an zu singen!!! Nein, das geht gar nicht!
Fazit: Die Geschichte ist ein Märchenklassiker. Aber die Umsetzung wird es sicherlich nicht. Die Königin ist böse und bissig, was sie für mich zur besseren Hauptfigur macht. Schneewittchen ist nicht nur äußerlich blass sondern auch vom Charakter. Sie ist die süße Unschuld vom Lande, die nur entweder leidend oder lächelnd im Film auftritt. Die Zwerge sind genauso flach wie der Prinz. Die Witze sind teilweise tatsächlich witzig aber oft auch einfach nur brachial und dumm.
Der Film bekommt von mir nur ein ausreichend!

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